IM CASINO

Ein tolles Konzert heute im Kurhaus in Baden Baden, direkt unter uns die wunderschöne Spielbank mit ihren vielfältigen Möglichkeiten sein Geld zu verjubeln. Schon während wir spielen, spüren wir dieses Kribbeln in den Händen, eine unheimliche Spielsucht droht uns zu übermannen:"Auf zu den Kesseln, Männer!" heisst es daher direkt nach der fünften Zugabe. Jeder von uns hat seine eigene Strategie, dem Glück auf die Sprünge zu helfen: Marcus hat eine zweite Kugel dabei, die er immer unbemerkt in den Roulette Kessel wirft, diese mathematisch präparierteKugel jedoch landet immer nur auf ungeraden Zahlen, ein todsicheres Ding! Leider entsteht schon nach kurzer Zeit Unruhe am Tisch und Marcus wird gezwungen, sein Gesicht in den sich drehenden Kessel zu drücken, ein schlimmes Bild.. Frankus, das Medium hat da schon mehr Erfolg, seine medialen Fähigkeiten in Kombination mit einer sehr konservativen Spielweise lassen ihn beträchtliche Summen gewinnen, die er noch am selben Abend in Alkohol umsetzen kann. Über meine eigenen Verluste möchte ich an dieser Stelle lieber nicht reden, nur so viel: Ein mißlungener Befreiungsschlag hat mich zu einem armen, aber unglücklichen Menschen gemacht. Aber noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, das Geld hol ich mir alles zurück beim nächsten Mal! Bis Dahin, Euer Tom

15.10.07 13:32, kommentieren

NACKTE GROUPIES

Oft werde ich gefragt:"Tom, wie verhält es sich eigentlich mit den Groupies bei Dir und Deiner Band?" Hier die erschreckende Wahrheit: Wir haben gar keine! Ich weiß, ungläubiges Staunen begleitet das Lesen dieser Zeilen, indes, es ändert nichts an den harten Fakten: Es gab und gibt keinen nennenswerten Kontakt zweideutiger Natur zwischen uns und den Frauen. Erst gestern wieder wurde ich mir dieser bitteren Tatsache bewusst als wir in Essen gastierten. Essen gilt ja als Perle des Niederrheins und gerade auch den ansässigen Damen sagt man eine gewisse Freizügigkeit nach, die z.B. in Westfalen in dieser Form nicht so gerne gesehen ist. Da war die Enttäuschung natürlich groß als Frank auf der Suche nach etwas Zärtlichkeit nicht über einen herzlichen Handschlag hinaus kam. Mir hingegen war wenigstens ein kleiner Erfolg beschieden als ich während der Autogramm-minute eine - wenn auch etwas halbherzige .. Umarmung genießen konnte. Was will man machen, unsere Fans sind halt grundanständig oder schon lange in unglücklichen Beziehungen gebunden... Bis Dahin, Euer Tom

15.10.07 13:32, kommentieren

ALPTRAUM EINES SUPERSTARS

Heute Mittag schweißgebadet aufgewacht, der immergleiche Alptraum hat sich erneut Zugang zu meinem Geist verschafft: Kurz vor Konzertbeginn, ich fiebere dem Auftritt entgegen, doch auf einmal der Schreck-wo ist die Band? Nichts. Niemand. Ich alleine hinter der Bühne. Noch 3 Sekunden-langsam wird es eng, das Publikum verlangt nach seinem Idol. Schon mischen sich die ersten Pfiffe unter die Buhrufe. Ich kann nicht mehr warten,"Raus. Raus. Raus auf die Bühne!" hämmert es in meinem Schädel. Auch ohne die Jungs! Und schon bin ich oben, getrieben von der Angst die Eintrittsgelder zurückzahlen zu müssen! Dann der Spot- und auf einmal ist alles ganz klar: Die Band ist das Publikum, das Publikum ist die Band- da stehen sie, die doch eigentlich auf die Bühne gehören von ihrem eigenen Anspruch her und wollen mich beurteilen in meiner Kunst. Frankus, das Medium spielt auf seiner Klarinette, aber es kommen keine Töne heraus, nur kleine Tränen.Eine gespenstische Szenerie! Ich singe und tanze, doch von Applaus ist wenig zu spüren, nur ein grimmiges Knurren, das aus zehn Kehlen hervorgleitet und mir etwas Unsicherheit bereitet. Das ist er, der rächende Bumerang, der zu seinem Herren zurückkehrt wie ein alter Hund zu seinem Knochen: Rache für gebrochene Versprechen und geschwollene Wangen. Jetzt wollen sie sehen, wie auch einmal ich leiden muß! Schluß.Ende. Ich öffne die Augen. Was mag dieser Traum bedeuten? Manchmal kann man auch zu viel analysieren, oder doch? Wer weiß das schon, in der heutigen Ausbeutergesellschaft! Bis dahin, Euer Tom Gaebel

12.10.07 17:37, kommentieren

HABE ICH MEINE BAND NOCH IM GRIFF?¿?

Busfahren ist jawohl das unangenehmste an der ganzen Tourerei, Du sitzt nur dröge rum und stierst aus dem Fenster und siehst die Welt vorbeiziehen-lang und weilig. Was mir auffällt: Es gibt mehr Gewerbegebiete als noch vor 50 Jahren. Ja, fast scheint es mir, als sei Deutschland mit Gewerbegebieten überschwemmt mittlerweile! Schön ist das nicht, es fehlt ganz einfach die landschaftliche Abwechslung , die ich aber doch so nötig brauche für meine Inspiration! So muß ich mir halt meine eigene Welt in der Fantasie des Gehirnes ausmalen: Berge und Täler, aber mit Meer und Wüste als Kontrast dazwischen gesetzt. So dämmere ich vor mich hin bis zur nächsten Raststätte und unweigerlich setzt ein quälendes Hungergefühl ein, das ich aber mit einer Art Nahrbrei erfolgreich bekämpfen kann. Stunden später die Erlösung: die ersten Baumärkte und Möbelhäuser von Aschaffenburg tauchen auf und Erinnerungen tanzen förmlich vor meinem inneren Auge: Hier haben wir letztes Jahr doch schon einmal gespielt - wird es uns auch diesmal gelingen, das Publikum unangenehm zu überraschen? Was hat sich in diesem einen Jahr nicht alles geändert: Wir alle sind älter geworden, wobei ich bei mir persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass ich im Laufe der Zeit immer attraktiver werde- eine glückliche Kombination der Gene. Sorgen bereiten mir aber die Jungs in der Band: schon seit gestern bemerke ich, dass sich gewisse Nachlässigkeiten einschleichen. Da ist z.B. die Flasche Fenchelhonig, die ich erst nach Aufforderung gereicht bekomme, da ist das vergessene ..Herr" in der Anrede und da ist diese neue Angewohnheit von Jan Schneider, mir in die Augen zu schauen, wenn ich mit ihm spreche. Für heute will ich es bei Drohungen bewenden lassen, aber ich werde das ganze aufmerksam beobachten in den nächsten Tagen. Bis Dahin, Euer Tom

2.10.07 15:57, kommentieren